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Vielversprechende Ergebnisse bei 100% Green Grown

17. März 2025

Das Pilotprojekt „100 % Green Grown“ zeigt vielversprechende Ergebnisse. Nach der vollständigen Auswertung zeigt sich, dass die sieben Fruchtgemüsebetriebe bereits im ersten Jahr deutlich weniger chemische Pflanzenschutzmittel einsetzen konnten.

Dank einer gezielten Kombination bestehender Methoden wurde im ersten Pilotjahr sogar 70 % weniger Wirkstoff pro Hektar eingesetzt. Mit diesen Erkenntnissen sind die Anbauer nun in der zweiten Anbausaison voll engagiert. Der Fokus liegt auf dem nächsten Schritt: diese grüne Anbaustrategie auch wirtschaftlich tragfähig zu machen.

Das Praxis‑Pilotprojekt ist eine Initiative das Verband der Fruchtgemüseorganisationen (FVO) und steht ganz im Zeichen von Zusammenarbeit und Wissensaustausch. Mehrere Fruchtgemüseanbauer, Spezialisten für biologischen Pflanzenschutz, Saatgutzüchtung sowie Anbautechnik und ‑management arbeiten gemeinsam an einem Ziel: innerhalb von drei Jahren Paprika, Tomaten, Auberginen und Gurken vollständig ohne chemische Pflanzenschutzmittel und gleichzeitig wirtschaftlich anbauen zu können.

Nach der ersten Anbausaison des dreijährigen Praxisversuchs ist klar: Der Anbau von Fruchtgemüse mit deutlich weniger Chemie ist möglich. „Wir sehen, dass es viele ‚tief hängende Früchte‘ gibt, die von den Anbauern sofort genutzt werden können“, sagt Ronald Grootscholten, Programmdirektor von Florpartners für 100 % Green Grown. „Diese Ergebnisse wurden mit bestehenden und leicht anwendbaren Methoden erzielt. Die Anbauer haben dabei großen Einsatz gezeigt und mit einer anderen Denkweise angebaut. Intensives Scouting und der gezielte Einsatz biologischer Lösungen machen bereits einen erheblichen Unterschied. Das zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht zwangsläufig komplex oder revolutionär sein muss.“

Die teilnehmenden Anbauer erzielten durch intensives Scouting, vorbeugenden biologischen Pflanzenschutz und gezielte Schädlingsbekämpfung sehr gute Ergebnisse. Neben einer 70‑prozentigen Reduktion des Wirkstoffverbrauchs pro Hektar wurden zudem 67 % weniger unterschiedliche chemische Mittel eingesetzt.

Wichtiger Hinweis
Ton van Dalen, Direktor von Oxin Growers und Portfoliobesitzer beim Lebensmittel‑ und Veterinäramt, ordnet die Ergebnisse ein: „Es ist wichtig, diese Zahlen als Richtwert zu betrachten. Keine Saison ist wie die andere, und Rahmenbedingungen wie beispielsweise das Wetter können stark variieren. Die Ergebnisse sind vielversprechend, sollten jedoch immer im jeweiligen Kontext interpretiert werden.“

Herausforderungen für 2025
Die Umstellung auf einen vollständig grünen Anbau bringt auch neue Herausforderungen mit sich. „Die Kosten für den rein grünen Anbau sind derzeit noch zu hoch“, betont Van Dalen. „Deshalb liegt unser Schwerpunkt im Jahr 2025 darauf, diese Anbaumethode wirtschaftlich tragfähig zu machen.“

In der aktuell laufenden zweiten Saison befassen wir uns mit der Integration verschiedener Lösungsansätze. Drei Pilotbetriebe haben in Insektenschutznetze investiert, vier weitere Betriebe arbeiten mit organischem Substrat. Diese vielversprechenden Neuerungen werden in den Fruchtgemüsebetrieben bereits schnell und breit angewendet. Auch an den in der ersten Saison getesteten Anpassungen der Düngepläne arbeiten wir weiter. Unser Ziel ist klar: Bis Ende 2026 bauen wir Fruchtgemüse ohne synthetische Stoffe und mit einem gesunden Ertragsmodell an.

Über 100% Green Grown
Im Rahmen des Projekts 100 % Green Grown arbeiten Anbauergenossenschaften (FVO) und Lieferanten gemeinsam an einem nachhaltigen und widerstandsfähigen Anbausystem mit Blick auf das Jahr 2027. Das Projekt umfasst sieben Praxis‑Pilotbetriebe, die von Spezialisten von Hoogendoorn Growth Management, LetsGrow.com, Van Iperen, Van der Knaap Groep, Koppert und Rijk Zwaan unterstützt werden. Die Projektleitung liegt bei Florpartners.

Die teilnehmenden Fruchtgemüsebetriebe sind: Frestia (Spitzpaprika), Agro Care (Tomate), Bryte (Tomate), Van Duijn De Jong (Aubergine), Fitterstee Growers (Gurke), Drenthe Growers (Gurke) und Reijm & zn. (Paprika). Neben den sieben Pilotbetrieben laufen zusätzlich zwei Praxisversuche mit Paprika bei Botany.