Warum ist die Vernetzung in diesem Sektor so wichtig?
Der gesamte Gewächshaussektor steht vor denselben Herausforderungen. Deshalb ist es sinnvoll, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Es gibt mehr Gleichgesinnte, als man denkt, und Zusammenarbeit bringt ausschließlich Vorteile. Bereits vor zehn Jahren haben wir uns als Fruchtgemüseorganisationen im Lebensmittel‑ und Veterinäramt (siehe Kasten) zusammengeschlossen, um gemeinsam an nicht wettbewerbsrelevanten Themen zu arbeiten. In den vergangenen drei Jahren haben wir dadurch große Fortschritte für den Unterglas‑Fruchtgemüsesektor erzielt.“
Was hat diese Entwicklung beschleunigt?
„Ein wesentlicher Faktor war die Gründung der sogenannten Koalition der Willigen: eine Denkfabrik mit Akteuren aus dem gesamten Hightech‑Gewächshaussektor – von Fruchtgemüseanbauern bis zu Zierpflanzenzüchtern sowie von Züchtungsbetrieben bis hin zu Lieferanten. Gemeinsam haben wir deutlich gemacht, dass sich in bestimmten Bereichen grundlegend etwas ändern muss, wenn wir unsere Lizenz zum Produzieren behalten wollen. Statt abzuwarten, Lobbyarbeit zu betreiben oder Gesetzgebungsprozesse zu verzögern, wurde uns klar: Wenn wir Veränderungen wollen, müssen wir sie selbst umsetzen. Also haben wir gemeinsam gehandelt. Wir haben die wirklich dringenden Herausforderungen identifiziert – unsere brennenden Plattformen – und uns konsequent darauf konzentriert.“
Im FVO arbeiten wir an praxisnahen Lösungen. Als Anbauer übernehmen wir Verantwortung und treiben gemeinsam mit dem gesamten Cluster echte Veränderungen voran, zum Beispiel beim synthetischen Pflanzenschutz. Der Werkzeugkasten wurde immer leerer, dennoch haben wir lange auf politische Lösungen gehofft. Diese Form der Lobbyarbeit wird uns jedoch nicht weiterhelfen. Wir müssen uns selbst verändern. Und wenn man heute die Anbauer fragt, dann sehen sie das genauso und unterstützen diesen Wandel.